SEKTION Wirtschaft

Thema Macht in der japanischen Ökonomie
Sektionsleitung   Dr. Volker Elis (Tübingen)
Raum und Zeit
G 221 | Dienstag, 28.8.2012 | 14:00–15:30, 16:00–17:30
G 221 | Mittwoch, 29.8.2012 | 09:00–10:30

Dienstag, 28.8.2012
14:00-15:30 Volker Elis (Universität Tübingen): Der Faktor Macht in der japanischen Ökonomie
Günther Distelrath (Universität Bonn): „Economic Democracy“ im Nachkriegsjapan
Gudrun Franzen (Universität Bonn): Die Umsetzung japanischer Konjunkturmassnahmen im Spiegel der veränderten Wahrnehmung der japanischen Gesellschaftsstruktur: Eine finanzsoziologische Analyse
 
16:00-17:30 Julius Weitzdörfer (Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Hamburg): Die Haftung für Nuklearschäden nach japanischem Atomrecht –Rechtsprobleme der Reaktorkatastrophe von Fukushima I
Stefania Lottanti von Mandach (Universität Zürich): Die Macht des Einzelhandels im japanischen Distributionssystem

Mittwoch, 29.8.2012
09:00-10:30 Georg Blind und Jacqueline Tschumi (Universität Zürich): Wandel in der Ausübung arbeitgeberseitiger Verfügungsmacht: Restrukturierungsmassnahmen im Personalwesen japanischer Unternehmen seit 1990
Yoshinori Wada-Tsukamoto (Dōshisha-Universität Kyōto): Koordination der Macht in der Corporate Governance deutscher und japanischer Unternehmen

 

CALL FOR PAPER

Die Ausblendung von Machtphänomenen in der reinen Ökonomie ermöglichte es dieser wissenschaftlichen Disziplin, mithilfe einer stetigen Verfeinerung der ihr zugrunde liegenden Modelle eine Konsistenz und Geschlossenheit zu erreichen, die der der Naturwissenschaften scheinbar nahekommt. Die Betonung der ökonomischen Marktmechanismen in der Wirtschaftstheorie hatte indes den Nachteil, dass Machteinflüsse kaum Beachtung fanden, deren Berücksichtigung zu einem tieferen Verständnis von in der Praxis vorkommenden Phänomenen und Mechanismen hätte führen können. Rothschild (1973) spricht in diesem Zusammenhang von einer „verhängnisvollen Trennung“ von marktbasierten Preisbildungsprozessen und dem von ihm so genannten „Datenkranz“, der Bündel von Rahmenbedingungen und Elementen der Wirtschaftsordnung ebenso einschliesst wie Regelungen und Strukturen, bei denen Machtelemente eine Rolle spielen, die wiederum Marktformen formen und verändern können.

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen soll das Ziel der Sektion Wirtschaft darin bestehen, die interessante Frage zu diskutieren, welche Bedeutung Machtaspekte in der japanischen Ökonomie haben, wie sich dies in den institutionellen Strukturen äussert und auf welche Weise diese die Entwicklung der japanischen Wirtschaft beeinflussen. Ebenfalls betrachtet werden soll die Frage, wie und aus welchem Grund sich Machtverhältnisse in der japanischen  Ökonomie verändert haben. Zugrundegelegt wird ein breites Verständnis des Faktors „Macht“, so dass ausdrücklich Beiträge aus sehr unterschiedlichen Teilbereichen der Ökonomie denkbar sind, solange sie sich auf die übergeordnete Fragestellung beziehen. Denkbar wären beispielsweise Beiträge zu dem Machtverhältnis zwischen

  • Arbeitgebern und Arbeitnehmern
  • Unternehmen und Gewerkschaften
  • Anteilseignern und Anspruchsgruppen
  • Konsumenten und Produzenten
  • Grossen und kleinen Unternehmen
  • Männern und Frauen in japanischen Betrieben
  • ausländischen Investoren und japanischen Unternehmen.

Je nach zeitlicher Verfügbarkeit in der Sektion können grössere Forschungsarbeiten in Vorträgen von 30 Minuten Länge mit 15 Minuten Diskussionszeit vorgestellt werden, laufende Vorhaben in kürzeren Referaten von 20 Minuten Länge mit 10 Minuten Diskussion. Es wird gebeten, möglichst früh Rücksprache zu halten, Themenvorschläge spätestens aber bis zum 31. Juli 2011 zusammen mit einer Zusammenfassung von nicht mehr als einer Seite an den Sektionsleiter zu senden.


Dr. Volker Elis
Im Neuenheimer Feld 371
App.-Nr. 4640
69120 Heidelberg
Tel.: +49 (0)6221 5471740
E-Mail: volker-elis(at)web.de